Das britische Statistikamt ONS hat ermittelt, das im Vereinigten Königreich erstmals mehr Erwachsene zur E-Zigarette als zur Tabakzigarette greifen. (Foto: © Nery Zarate / Unsplash)
Zum ersten Mal greifen in Großbritannien mehr Erwachsene zur E-Zigarette als zur Tabakzigarette. Eine neue Studie des Statistikamts ONS zeigt, dass das Dampfen zur bevorzugten Nikotinquelle geworden ist – mit wachsender Beliebtheit vor allem bei Jüngeren und Frauen.
Am 5. November 2025 meldete das britische Statistikamt (ONS), dass 5,4 Millionen Erwachsene im Vereinigten Königreich täglich oder gelegentlich E-Zigaretten nutzen – mehr als die 4,9 Millionen Tabakraucher. Damit dampfen erstmals mehr Menschen als sie rauchen. Der Anteil der erwachsenen Dampfer liegt laut ONS bei zehn Prozent, der Anteil der Tabakraucher bei 9,1 Prozent. Besonders häufig greifen die 25- bis 49-Jährigen zur E-Zigarette; auch unter Frauen nimmt die Nutzung weiter zu.
Rauchen verliert weiter an Boden
Die Raucherquote ist im vergangenen Jahrzehnt deutlich gesunken. Grund ist das gestiegene Bewusstsein für die Gesundheitsrisiken von Tabakprodukten. Der britische Gesundheitsdienst NHS stuft das Dampfen als deutlich weniger riskant ein – „es birgt nur einen Bruchteil der Risiken des Rauchens“, heißt es in einer Stellungnahme. Dennoch mahnen Experten, dass die Langzeitfolgen noch nicht vollständig erforscht seien, und raten Kindern und Nichtrauchern ausdrücklich vom Dampfen ab.
Gesetzliche Regulierung von Nikotinprodukten
Mit dem „Tabak- und E-Zigarettengesetz“, das derzeit im Parlament beraten wird, will die Regierung den Verkauf von Tabakprodukten weiter einschränken. Personen, die am oder nach dem 1. Januar 2009 geboren wurden, sollen nie legal Tabak erwerben dürfen. Zugleich erhält die Regierung neue Befugnisse, um Nikotinstärke, Aromen und Verpackungen zu regulieren. Seit Juni ist der Verkauf von Einweg-E-Zigaretten verboten. Außerdem soll künftig der Verkauf von Nikotinbeuteln und ähnlichen Produkten an Minderjährige untersagt werden.
Mehr Ex-Raucher als je zuvor
Auch der Anteil ehemaliger Raucher erreicht ein Rekordniveau. Laut ONS haben 74,2 Prozent der Erwachsenen 2024 das Rauchen aufgegeben – ein deutlicher Anstieg gegenüber 70,3 Prozent im Jahr zuvor. In den 1970er-Jahren hatte nicht einmal ein Drittel der Bevölkerung mit dem Rauchen aufgehört, als noch fast die Hälfte der Briten regelmäßig zur Zigarette griff. Die Organisation Action on Smoking and Health (ASH) bezeichnete den Rückgang des Rauchens als „gute Nachricht für die öffentliche Gesundheit“, warnte jedoch, dass viele Raucher weiterhin „in einem Teufelskreis der Sucht gefangen“ seien.