Auf den sichergestellten Packungen aus der illegalen Zigarettenfabrik finden sich englischsprachige Warnhinweise – ein in der illegalen Tabakproduktion häufig genutzes Mittel für den Einsatz auf unterschiedlichen Märkten. (Foto: © Zoll)
Zollfahnder haben in der Altmark eine groß angelegte illegale Produktionsstätte für Zigaretten stillgelegt. Umfangreiche Sicherstellungen und mehrere Festnahmen deuten auf organisierte Strukturen hin.
Am 6. Februar 2026 haben Ermittler des Zollfahndungsamtes Hannover in Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel eine illegale Zigarettenfabrik entdeckt und geschlossen. Der Zugriff folgte auf eine Lkw-Kontrolle auf der Autobahn 2 bei Auetal, bei der zuvor bereits eine zweistellige Millionenzahl unversteuerter Zigaretten sichergestellt worden war. In der Produktionshalle fanden die Einsatzkräfte eine vollständig eingerichtete Fabrik mit Maschinen, Rohstoffen und fertiger Ware.
Umfang der illegalen Zigarettenfabrik
In der Halle stellten die Ermittler mehrere Dutzend Millionen hergestellte Zigaretten sowie große Mengen Tabakfeinschnitt und Verpackungsmaterial sicher. Nach Schätzungen der Behörden beläuft sich der entstandene Steuerschaden auf mehr als acht Millionen Euro. Neben den Produktionsanlagen beschlagnahmten die Fahnder auch Aggregate, Werkstattbereiche und weitere Technik, mit denen die Betreiber die Herstellung unabhängig von externer Versorgung aufrechterhielten.

Hinweise auf mögliche internationale Ausrichtung
Zu möglichen Absatzmärkten äußerten sich die Ermittlungsbehörden bislang nicht. Auf Fotografien der sichergestellten Ware sind jedoch Zigarettenverpackungen mit englischsprachigen Warnhinweisen zu erkennen. In der illegalen Tabakproduktion gilt Englisch häufig als neutrale Verkehrssprache, da sie flexibel für verschiedene Märkte einsetzbar ist und keine eindeutige Zuordnung zu einem einzelnen Land zulässt. Eine internationale Ausrichtung der Produktion erscheint daher möglich, bleibt jedoch spekulativ.
Illegale Zigarettenfabrik professionell abgeschirmt
Die Täter hatten das Gebäude gezielt umgebaut, um den Betrieb vor Entdeckung zu schützen. Schalldämmungen, verdeckte Fenster und eine Videoüberwachung sollten Aufmerksamkeit von außen vermeiden. Hinweise deuten darauf hin, dass mehrere Arbeitskräfte über längere Zeiträume vor Ort eingesetzt waren und das Gelände kaum verlassen konnten.
Festnahmen im Umfeld der illegalen Zigarettenfabrik
Im Verlauf der Maßnahmen nahmen die Ermittler vier Tatverdächtige fest. Die Personen stehen im Verdacht, innerhalb der Gruppe logistische Aufgaben übernommen zu haben. Ein Haftrichter ordnete Untersuchungshaft an. Zum Zeitpunkt des Zugriffs hielten sich keine weiteren Personen in der Produktionshalle auf.
Ermittlungen zur illegalen Zigarettenfabrik dauern an
Der Abtransport der sichergestellten Maschinen und Materialien zog sich über mehrere Tage hin und erfolgte mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks. Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Die Behörden gehen von einem strukturierten kriminellen Hintergrund aus und prüfen weitere Beteiligte.