Nikotinpouches Graumarkt: Das Consumer Choice Center fordert für tabakfreie Nikotinpouches einen klaren Rechtsrahmen mit Regulierung und Besteuerung. (Foto: Gemini 3pro)
Eine Analyse des Consumer Choice Center beziffert mögliche Steuereinnahmen aus Nikotinpouches bis 2029 auf Milliardenhöhe. Die Autoren drängen auf Legalisierung, klare Regeln und eine nachvollziehbare Besteuerung.
Am 28. Januar 2026 hat die international agierende Verbraucherschutzorganisation Consumer Choice Center in Berlin eine Studie zu tabakfreien Nikotinpouches vorgelegt. Darin beschreibt sie einen Nikotinpouches Graumarkt mit rund 1,5 Millionen Nutzern und rechnet vor, welche Steuern dem Staat nach ihrer Darstellung entgehen und welche Einnahmen eine Legalisierung bringen könnte.
Nikotinpouches Graumarkt: Studie beziffert mögliche Einnahmen
Die Analyse nennt für 2026 je nach Steuerszenario rund 311 bis 368 Millionen Euro aus Verbrauchsteuer und Mehrwertsteuer. Für 2027 kalkuliert das Papier mit 466 bis 552 Millionen Euro, für 2028 mit 629 bis 745 Millionen Euro und für 2029 mit 754 bis 894 Millionen Euro.
So rechnet das Modell
Die Studie arbeitet mit festen Annahmen: 1,5 Millionen Nutzer im Jahr 2026, im Schnitt acht Pouches pro Tag, 20 Stück pro Dose, 0,65 Gramm Gewicht je Pouch und ein Dosenpreis von sechs Euro. Zusätzlich setzt das Modell 19 Prozent Mehrwertsteuer an. Für 2027 bis 2029 legt die Berechnung ein starkes Nutzerwachstum zugrunde.
Nikotinpouches Graumarkt und Rechtslage
Die Autoren schildern, dass Behörden und Gerichte tabakfreie Nikotinpouches in Deutschland vielfach als nicht verkehrsfähig behandeln. Aus Sicht der Studie verlagert das den Verkauf in Kanäle, die sich schwer kontrollieren lassen. Die Organisation verbindet damit Risiken für Produktstandards, Rückverfolgbarkeit und Jugendschutz.
Regelvorschläge für Markt, Kontrolle und Jugendschutz
Das Consumer Choice Center fordert einen Rechtsrahmen, der den Verkauf in regulierte Vertriebswege lenkt. Dazu zählt die Studie einen klaren Zulassungspfad mit Produktanforderungen und Marktüberwachung sowie strikte Alterskontrollen, auch im Onlinehandel. Zudem spricht das Papier über eine Begrenzung der Nikotinstärke und nennt als diskutierte Obergrenze 20 Milligramm pro Pouch.
Nikotinpouches Graumarkt: Botschaft der Autoren
In der begleitenden Mitteilung bringen die Co-Autoren Fred Roeder und Bill Wirtz ihren Kernpunkt auf eine Linie: Ohne Legalstatus lassen sich Regeln nach ihrer Lesart schlechter durchsetzen, während dem Staat Einnahmen entgehen.
Das Consumer Choice Center
Das Consumer Choice Center beschreibt sich als unabhängige, überparteiliche Verbraucherorganisation. Nach eigener Darstellung setzt sie auf Wahlfreiheit, Innovation sowie eine Politik, die Verbraucherinteressen stärkt, und verbindet das mit Forschung und Öffentlichkeitsarbeit.