Cannabiskonsum in Deutschland: Die meisten greifen zu Joints, viele mischen Cannabis dabei mit Tabak. (Foto: © Elsa Olofsson / Unsplash)
Neue Umfragedaten zeigen: Der Cannabiskonsum in Deutschland steigt weiter. Die aktuellen Ergebnisse basieren auf dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2024.
Im Jahr 2025 veröffentlichten Forschende im Fachblatt Deutsches Ärzteblatt International neue Auswertungen zum Cannabiskonsum in Deutschland. Die Analyse stützt sich auf Daten des Epidemiologischen Suchtsurveys 2024, für den 7.534 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren zwischen August und Dezember befragt wurden. Demnach gaben 9,8 Prozent der Teilnehmenden an, im zurückliegenden Jahr Cannabis konsumiert zu haben – deutlich mehr als 2012 und erneut ein Anstieg gegenüber 2021.
Neues Datenbild zum Cannabiskonsum
Der Epidemiologische Suchtsurvey erscheint alle drei Jahre und zeigt langfristige Trends beim Gebrauch psychoaktiver Substanzen. Im Vergleich früherer Erhebungen steigt der Cannabiskonsum weiter: 2012 lag der Wert bei 4,5 Prozent, 2021 bei 8,8 Prozent.
Teillegalisierung und erste Beobachtungen
Seit April 2024 gilt in Deutschland eine Teillegalisierung von Cannabis. Erwachsene dürfen unter bestimmten Voraussetzungen konsumieren, bis zu drei Pflanzen privat anbauen, bis zu 50 Gramm zu Hause lagern und bis zu 25 Gramm im öffentlichen Raum mitführen. Der Konsum bleibt in der Nähe von Schulen und Spielplätzen sowie in Gegenwart Minderjähriger untersagt. Nicht-kommerzielle Anbauvereine mit bis zu 500 Mitgliedern sind ebenfalls erlaubt. Die Studie verzeichnet zwar einen leichten Anstieg nach der Gesetzesänderung, doch dieser Effekt gilt statistisch nicht als gesichert.
Cannabiskonsum meist in Form von Joints
Die meisten Nutzenden konsumieren Cannabis laut Auswertung in Form von Joints. 88,6 Prozent der konsumierenden Befragten gaben diese Form an, etwa 68 Prozent mischen Cannabis dabei typischerweise mit Tabak.
Anbau, Clubs und Profile der Konsumierenden
Etwa ein Viertel der Nutzenden berichtet eine Mitgliedschaft in einem Cannabis- oder Anbauclub. Mehr als jede fünfte Person baut Cannabis selbst an. Zudem zeigen die Daten ein klares Geschlechtergefälle: Rund zwei Drittel der Konsumierenden sind Männer.
Motive für den Cannabiskonsum
Die Gründe für den Cannabiskonsum reichen von Rauscherleben und Spaß bis zu Stressabbau und Entspannung. Rund zwei Drittel nennen den Wunsch nach einem High als wichtigsten Anlass, etwa sechs von zehn möchten mit dem Konsum zur Ruhe kommen.