Illegale E-Zigaretten – unversteuerte und nicht verkehrsfähige Vapes verschiedener Marken – sind in Deutschland nach Ergebnissen einer neuen Studie von FTI Consulting in Berlin ein massives Problem. (Foto: © Zoll)
Eine neue Analyse beschreibt den massiven Schwarzmarkt für Vaping-Produkte und zeigt hohe Steuerausfälle. Der Bericht sieht strukturelle Defizite bei Kontrolle und Regulierung als zentrale Treiber.
Am 17. November 2025 präsentierte FTI Consulting in Berlin eine Studie, die das Ausmaß illegaler E-Zigaretten in Deutschland beziffert. Die Untersuchung im Auftrag von HG Innovation kommt zu dem Ergebnis, dass nicht registrierte Produkte rund 40 bis 60 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen. Sie beschreibt einen florierenden Handel, der erwachsene Konsumenten, Behörden und legale Anbieter gleichermaßen betrifft.
Schwarzmarkt wächst durch Preisgefälle und Onlinehandel
Die Studie zeigt, dass illegale Anbieter besonders durch niedrige Preise punkten. Nicht versteuertes Liquid kostet laut Analyse etwa ein Dreißigstel dessen, was regulär versteuerte Ware verlangt. Online-Shops mit mangelhafter Alterskontrolle und eine breite Produktpalette verstärken diese Entwicklung. Kriminelle Gruppen nutzen zudem unterschiedliche Steuersätze und Regeln innerhalb der EU aus, um große Mengen Ware nach Deutschland zu bringen.
Illegale E-Zigaretten und der Strukturwandel im Vertrieb
Die Verfasser beschreiben Lieferketten, die vom Produzenten außerhalb Europas bis zum Kiosk vor Ort reichen. Schlupflöcher zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern den Handel, wobei Länder mit niedriger Verbrauchsteuer als Drehscheiben dienen. Der Bericht ordnet dem illegalen Markt eine Professionalisierung zu: Statt Fälschungen dominieren inzwischen Eigenmarken ohne Warnhinweise, Inhaltsstoffangaben oder Steuerkennzeichnungen.
Überlastete Behörden behindern Kontrolle
Laut Studie bleiben viele Meldungen über Verstöße unbeantwortet, weil Kontrollstellen nicht ausreichend ausgestattet sind. Fast alle Lieferungen gelangen demnach ohne Prüfung ins Land. Die Autoren sehen darin ein strukturelles Problem, das organisierte Netzwerke stärkt. Die Behörden könnten Regelverstöße über Grenzen hinweg kaum verfolgen, da nationale Vorschriften in Europa stark auseinandergehen.
Steuerausfälle durch illegale E-Zigaretten
Die Untersuchung schätzt, dass der Staat allein 2024 bis zu 390 Millionen Euro an Verbrauchsteuer verliert. Diese Summe ergibt sich aus der wachsenden Menge unversteuerter Ware und dem Preisgefälle zu legalen Produkten. Die Autoren betonen, dass hohe Abgaben und zusätzliche Beschränkungen ungewollte Nebenwirkungen haben: Während legale Produkte teurer werden, weitet sich der Schwarzmarkt aus.
Vorschläge zur Eindämmung des Schwarzmarkts
Die Auftraggeber der Studie plädieren für Maßnahmen in mehreren Bereichen. Eine moderatere Steuerpolitik solle den legalen Markt stärken und Anreize zum Umstieg reduzieren. Mehr Personal für Zoll und Aufsicht würde gegen kriminelle Strukturen helfen. Die Studie schlägt außerdem vor, Regeln stärker an wissenschaftlichen Standards auszurichten und den Jugendschutz gezielt auf illegale Vertriebswege zu fokussieren.
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