In der Garage in Germersheim fanden die Zollfahnder Eimer mit unversteuertem Wasserpfeifentabak und Säcke und Kartons voller Rohtabak. Quelle: ZFA Frankfurt am Main
Ermittler des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main haben ein illegales Lager für unversteuerte Tabakwaren in Germersheim zerschlagen. Die Beamten nahmen ein Ehepaar fest und stellten tonnenweise Material sicher. Der Coup beendet eine jahrelange Ermittlungsarbeit gegen die Schmuggler-Bande.
Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern durchsuchten Zollfahnder des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main am 17. Dezember insgesamt sechs Wohn- und Geschäftsräume im Rheinpfalz-Kreis, im Landkreis Haßberge und in Germersheim. In einer Garage machten sie dabei einen brisanten Fund, der das Ausmaß der illegalen Geschäfte verdeutlicht.
Lager für unversteuerte Tabakwaren in Garage entdeckt
Die Bilanz der Durchsuchung liest sich wie die Inventarliste einer Fabrik: 67 Kilogramm fertiger Wasserpfeifentabak, 8.600 gefälschte Zigaretten und 200 Kilogramm Kaffee. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Fahnder entdeckten zudem zentnerweise Vormaterialien.
„Mit den sichergestellten Materialien hätten die Tatverdächtigen weitere 1.000 Kilogramm an unversteuerten Tabakwaren herstellen können“, erklärt Carina Orth, Pressesprecherin des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main. Alle beschlagnahmten Waren waren nicht versteuert – ein klarer Fall von bandenmäßiger Steuerhinterziehung.
Haupttatverdächtiger in Untersuchungshaft
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 40-jähriger Mann und seine 31-jährige Ehefrau. Während der Haftbefehl gegen die Frau unter Auflagen ausgesetzt wurde, sitzt der Hauptbeschuldigte seit gestern in Untersuchungshaft. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen vier Personen, die gewerbsmäßig mit unversteuerten Tabakwaren gehandelt haben sollen.
Ein langer Atem der Fahnder
Der Erfolg ist kein Zufall. Bereits seit 2023 beobachtet das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main diese Tätergruppierung. Schon im Februar 2024 konnten die Beamten zwei illegale Fabriken in Koblenz und Ludwigshafen ausheben. Damals sicherten sie mehr als 2,2 Tonnen illegalen Tabak.
Unterstützt wurden die Frankfurter Fahnder bei diesem Einsatz durch Kräfte aus München, Saarbrücken und Karlsruhe. Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main, Dienstsitz Kaiserslautern. Da die Verfahren noch laufen, macht die Staatsanwaltschaft derzeit keine weiteren Angaben.